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Vitalisierung der Chorlandschaft in Sachsen

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Pilotprojekt - Entwicklung eines Fachkonzeptes

Überalterung & Mitgliederschwund

„Singen im Chor – das heißt zuhören, verstehen und Freude geben in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Im Chor setzt sich jedes Mitglied für das gemeinsame Erlebnis ein – und zum Lohn gibt es Applaus“, heißt es auf der Webseite des Chors der Bergstadt Altenberg. Hinzukommt, dass Sachsen insgesamt über traditionsreiches Liedgut verfügt, dass die Menschen, mit der Region und Natur seit jeher verbunden hat.

Aber auch „an der Gränz vo Sachsn, wu de Schwarzbeer wachsn“, um aus einem dieser Lieder zu zitieren, macht die Urbanisierung und die Überalterung des ländlichen Raums nicht halt. Deshalb gilt es, innovative Handlungskonzepte für die Zukunft zu erarbeiten und Maßnahmen zu ergreifen, um die Kulturtradition der Region zu bewahren und einem Chorsterben auf dem Land entgegen zu wirken. 

Gegenmaßnahmen entwickeln

Um herauszufinden, wie die kulturelle Arbeit der Chöre in der Fläche bestmöglich unterstützt und aktiviert werden kann, haben wir im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit dem sächsischen Chorverband Maßnahmen zum langfristigen Erhalt einer vitalen Chorstruktur im ländlichen Raum entwickelt. Die Maßnahmenbündel sind durch Interviews mit Präsidiumsmitgliedern, ChorleiterInnen und SängerInnen auf Sachsen zugeschnitten worden. 

Für eine neunmonatige Testphase haben sich von den knapp 300 Chören, die im sächsischen Chorverband organisiert sind, mehr als 10 Prozent beworben. Mit einer Auswahl von 24 Chören haben wir die entwickelten Maßnahmenpakete schließlich erprobt, um daraus ein Handlungskonzept für die sächsische Chorlandschaft in der Fläche herleiten.

Diese Vorgehensweise hat uns erlaubt herauszufinden, wie die kulturelle Arbeit der Chöre in der Fläche bestmöglich unterstützt und aktiviert werden kann. Ein Fachkonzept von Chören für  Chöre war das Ziel, um von innen heraus die Kompetenzen vor Ort zu stärken, damit die Chorlandschaft in Sachsen ihren wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft in der Fläche weiterhin gut leisten kann.

Wir haben

  • die öffentliche Präsenz erhöht,

  • das Musik-Repertoire erweitert

  • Stimmbildung gefördert,

  • Nachwuchs für den Chor interessiert,

  • neue Chorleiter gewonnen und

  • die finanzielle Basis gestärkt.

Folgeprojekt - Fortbildungskonzept für Chorvorstände

Zusammen mit allen wichtigen Institutionen

Zusammen mit dem sächsischen Chorverband und in Kooperation mit dem sächsischen Musikrat, den Hochschulen für Musik in Leipzig und Dresden sowie der Europa Chor Akademie möchten wir im Jahr 2019 ein landesweites Fortbildungskonzept für Chorvorständ*innen und Chorleiter*innen erarbeiten und umsetzen.

Aufbauend auf unseren getesteten Maßnahmenpaketen aus dem Jahr 2018 entwickeln wir damit die organisatorische Grundlage sowie die konkreten Lehrinhalte, für eine langfristige landesweite Laien(chor)Musikförderung.

Das Schulungskonzept hat keine allgemeinen Grundlagen der Vereinsführung oder didaktisch, dirigistische Grundlagen zum Ziel, sondern ist speziell auf die Gewinnung von Neumitgliedern ausgerichtet. Wir schaffen somit die Basis dafür, dass eine Verjüngung der Mitgliedschaft in den Chören erfolgen kann.

Das Fortbildungskonzept wird in regionalen Workshops mit 50 sächsischen Chören umgesetzt.

Bisherige Maßnahmenkonzepte für Chöre

Wir stellen die umgesetzten Maßnahmenkonzepte aus dem Jahr 2018 zur freien Verfügung. Die Maßnahmen sind in sechs verschiedene Pakete eingeteilt, die weder überschneidungsfrei noch abschließend sind.

Uns ging es darum, einzelnen Chören Handlungsanleitungen an die Hand zu geben, die mit begrenztem Zeitaufwand direkt und stringent umsetzbar sind. Die Maßnahmen sind für das Ehrenamt gut geeignet und bewirken direkte Veränderungen.

Für Chöre ist es sinnvoll sich zunächst auf ein einzelnes Maßnahmenkonzept zu konzentrieren, dieses abzuarbeiten und sich dann einem neuen Paket zuzuwenden. Wir sind weiterhin gerne bereit Ihnen vor Ort Hilfestellung zu geben. Dazu schreiben Sie uns bitte eine Email.

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Beteiligte Chöre in Sachsen

Welchen Einfluss hatte der einzelne Chor? 

Für Chöre, von Chören: jeder beteiligte Chor wirkte über direkte Mitsprache bei der Projektgestaltung und -umsetzung mit. Wir fanden mit den Chören und ihrem Verband zusammen Lösungen für die drängendsten Anliegen.

Wieviel Zeit haben die Chöre investiert?

Wir erläuterten in ein oder zwei Besuche vor Ort á zwei bis drei Stunden die empfohlenen Maßnahmen. Vor Ort passten wir diese den Gegebenheiten an. Die Maßnahmen waren so konzipiert, dass diese im Anschluss im Chor selbständig bzw. in Telefonabsprache mit dem Projektteam umgesetzt werden konnten. Von August 2018 bis Februar 2019 waren insgesamt 40 Stunden pro Chor einzusetzen. Die Aufgaben konnten im Chor frei verteilt werden und waren zeitlich flexibel umsetzbar.

Warum beteiligten sich die Chöre?

Gleichzeitig mit anderen Chören neue Lösungsansätze für die Herausforderungen des Chöre-Alltags zu erproben und direkt von einander zu lernen, war eine quasi einmalige Möglichkeit. Versierte Fachleute stellten kostenlos Know-how zur Verfügung, das die Gestaltung des eigenen Chorlebens nachhaltig zum Positiven verändern konnte.

Kernaussagen des Fachkonzeptes

Die Arbeit mit den Chören vor Ort macht deutlich, dass mit den richtigen Maßnahmenkonzepten eine Vitalisierung der Chorlandschaft möglich ist. Es ist aber auch deutlich geworden, dass sich vielerorts Minderheiten in den Chören nicht genug Gehör verschaffen können, um nötige Veränderungen anzuschieben. Daher gehen wir im Fachkonzept auch auf unterstützende Maßnahmen des Verbandes ein. Die Analyse zeigt aber auch deutlich die Grenzen einer Verbandstätigkeit auf, wenn Politik und Verwaltung keine flankierenden Maßnahmen ergreifen.

Die Probleme vor Ort sind so groß, dass der sächsische Chorverband in seiner jetzigen Struktur, mit seinem aktuellen Budget und der einhergehenden Sach- und Personalausstattung keine reelle Chance hat, die Chorlandschaft eigenständig zu vitalisieren. Daher wird es auch um die Frage gehen müssen, was Politik und Verwaltung tun können.

Die analysierten und eng miteinander verwobenen sechs Themenfelder, in denen wir mit den Chören vor Ort gearbeitet haben, sind für das Fachkonzept auf 50 Seiten in die Kapitel Struktur, Wissen, Modernität, Wertschätzung und Qualität übersetzt worden. Um die Zusammenfassungen zu lesen, klicken Sie gerne auf die grünen Buttons.

Das vollständige Fachkonzept gibt es auf Anfrage hier!


Warum macht die Gesellschaft für Gemeinsinn so ein Projekt? 

Wir verstehen uns als eine gemeinnützige Plattform für Menschen, die ihre beruflichen Kompetenzen auch in sozialen Projekte einbringen und professionell anwenden wollen.  Wir entwickeln in der gemeinsamen Arbeit mit den Chören sowie dem Verband neue Perspektiven und sind damit ein Sparringspartner für die Chöre vor Ort mit ihrer jeweiligen Tradition und Ausrichtung: zuhören, aufnehmen und gemeinsam neue Impulse setzen - darum geht es uns in jedem Projekt! 

Als Projekt im Rahmen des Landesförderprogramms „Demografie Sachsen“ wurde diese Maßnahme auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts aus Steuermitteln finanziert.